Hilfe ist für Leither kein Fremdwort | WAZ.de

04.03.2014 | 18:44 Uhr

Der Brand an der Weststraße am 20. Februar nahm zwei Familien und einem Unternehmen erst einmal das Domizil. Foto: DKL (WAZ-Wattenscheid)

Wattenscheid. Wenn es darum geht, andere Menschen zu unterstützen, sind die Bürger im Wattenscheider Westen schnell dabei. Hier einige aktuelle Beispiele

„Die Kuh ist da!“, meldet Anke Wolf, Gemeindereferentin in St. Johannes in Leithe. Und weiter: „Ich habe gerade die Fotos aus dem Postkasten genommen. Der Stall ist fertig, die Kuh gekauft. Das Sammeln hat sich gelohnt!“ Ende Januar berichtete die WAZ über das Schicksal von „Jasmina“ (Name geändert) und ihrer Roma-Familie aus Bosnien, die in der Hollandschule in der Fröbelstraße gelebt hat, und dann zurück nach Bosnien gehen musste.

Füreinander da sein

„Die Kuh ist da“. Foto: WAZ-Redaktion Wattenscheid

Die Familie wohnt im ehemaligen Kriegsgebiet, das nach wie vor von Arbeitslosigkeit geschüttelt ist. „Und wo Roma noch weniger Chancen haben“, sagte Jasmina damals. Die Familie lebt von Wertstoffen, die sie auf dem Müll in der Nähe des Heimatortes Kruščica sammelt und verkauft. „Wenn wir eine trächtige Kuh hätten“, sagte Jasmina, „dann wäre uns das Leben leichter.“ In Windeseile kam, ohne dass Anke Wolf einen Spendenaufruf gestartet hat, das Geld zusammen: 1150 Euro. Jasmina hatte fest versprochen, sofort ein Foto von Familie mit Kuh zu schicken, wenn das Tier angeschafft ist. Sie hält Wort – und auch engen Kontakt zu Anke Wolf. „Sie haben riesiges Glück“, sagt die Gemeindereferentin. „Eine österreichische Hilfsorganisation, die bosnischen Familien hilft, die im Krieg alles verloren haben, baut der Familie jetzt ein Haus.“

Nun, die Bürger/innen in Leithe sind allesamt engagiert, wenn es um das Gemeinwohl geht. „Hilfe“ muss man in Leithe nicht buchstabieren. Das zeigt schon die Erfahrung mit den ersten Asylbewerbern in der Hollandschule vor gut einem Jahr. Auch aktuell helfen Gemeinden, der Förderverein der Grundschule Schulstraße und das aktive „Bündnis für Leithe“. In den eigenen Bürgerreihen hat vor gut zwei Wochen das Feuer eingeschlagen, zwei Wohnungen an der Weststraße und ein Ladenlokal komplett unbewohnbar gemacht. Neben den Firmeninhabern sind zwei Familien mit Kindern betroffen.

„Nachdem das Bündnis für Leithe bereits im Zusammenhang mit den in der Fröbelstraße untergebrachten Asylbewerberfamilien Erfahrungen in kurzfristiger Hilfeleistung von Bedürftigen gesammelt hat, möchte sich der Verein nun auch bei der finanziellen und praktischen Unterstützung der Opfer des Wohnungsbrandes an der Weststraße beteiligen“, so Sprecher Holger Bleul vom „Bündnis“. Barbara Rosner (Grundschul-Förderverein) sagt, dass z.B. über die Realschule Höntrop schon Geld gespendet wurde. Sie hält Kontakt zu den Brandopfern, weiß, dass eine Familie schon eine neue Wohnung hat. „Wir müssen zusammenhalten und füreinander da sein.“

Ellen Wiederstein, WAZ-Wattenscheid

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Lokales

Hilfe für vom Feuer geschädigte Familien

Leithe-hilftDas „Bündnis für Leithe“ ruft weiterhin zur Spendenaktion für die vom Feuer betroffenen Familien auf.

Wer Unterstützung leisten möchte, kann auf das offizielle Spendenkonto des Vereins bei der Sparkasse Bochum unter dem Stichwort „Brandopfer Weststraße“ spenden.

Info: Hilfe für Brandopfer in Leithe

Frühe Information über Zuwanderung erwünscht | WAZ.de

02.12.2014 | 18:34 Uhr

Das „Bündnis für Leithe“ hat zum Rundgang durch den Ortsteil und zur Diskussion eingeladen. Im Bild: Diskussion mit Ute Bogucki (Mitte).Foto:Jürgen Theobald

„Bündnis für Leithe“ lud zum Rundgang. Sozialamtsleiterin Bogucki stand Rede und Antwort

Zum Rundgang durch Leithe und zur Diskussion hat das „Bündnis für Leithe“ Bürger und Amtsträger eingeladen. Es war die zweite Begehung dieser Art im Ortsteil. Wie Bündnis-Sprecher Holger Bleul mitteilt, sollte weiter besprochen werden, was beim Termin im Mai diesen Jahres aufgefallen und notiert worden ist.

Das „Bündnis für Leithe“ hatte sich um eine möglichst große Runde aus den Verantwortlichen der verschiedenen Ressorts bemüht. Bleul: „Es gibt für jeden Bereich Gesprächsbedarf.“ Zugesagt hatte jedoch nur Ute Bogucki, Amtsleitung Soziales und Wohnen. Das Schulverwaltungsamt und die Zentralen Dienste hätten gar nicht reagiert, die anderen Vertreter abgesagt.

Dies hatte zur Folge, so Bleul, dass die ursprünglich größer angelegte Begehung auf zwei Stationen beschränkt werden musste: die Hollandschule und das Gelände der ehemaligen Grundschule in der Bertramstraße. 25 interessierte Bürger nahmen teil, darunter auch lokale Politiker, der ehemalige Bezirksbürgermeister Hans Balbach und zwei Vertreterinnen des Seniorenbüros.

Für die Hollandschule, mit der Belegung von Asylsuchenden und Flüchtlingen, „stand Amtsleiterin Bogucki den Fragen sachkundig und interessiert Rede und Antwort“, so das Resümee. So habe sich die Frage nach der Informationspolitik der Stadt gestellt. Kritisiert wurde, dass die Informationen der Stadt zu spät oder gar nicht in die Öffentlichkeit getragen wurden. Bleul: „Das Gefühl, übergangen worden zu sein, schürt eine negative Grundstimmung.“ Bogucki erklärte, dass die Stadt eine ehrenamtliche besetzte Koordinationsstelle zum Jahresbeginn einrichten will.

Zweite Station war der Spielplatz, am Tor zum Schulhof der ehemaligen Grundschule Bertramstraße. Bleul: „Das Hauptgebäude ist von innen verschimmelt, die Tafeln wurden entfernt. Das neuere Ganztagsgebäude aber ist noch in gutem Zustand.“ Das Bündnis schlägt vor, dass dieses Gebäude von Senioren- und Jugendgruppen, Sportvereinen oder für kulturelle Aktivitäten genutzt werde. Doch steht die Bertramstraße 6 auf der Verkaufsliste der Stadt Bochum.

WAZ-Redaktion Wattenscheid

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Bericht über den Rundgang durch Leithe zur Mängelerfassung

Bürger nehmen Missstände im Stadtteil auf

Ein Teil der Bürgergruppe bei dem Rundgang durch Leithe. Begutachtung der Kreuzung Weststr./Hohehensteinstr.. Fotos: H. Bleul

 

 

Am Samstag den 10.05.14 hat der angekündigte Rundgang durch Leithe – initiiert durch das Bündnis für Leithe – auf der zuvor veröffentlichten Route stattgefunden. Trotz des teilweise starken Regens sind ca. 25 Bürger die verschiedenen Stationen abgegangen und haben zu den bereits im Vorfeld benannten Problemen noch weitere anführen können.

So hat sich folgende Auflistung ergeben, die wir aufbereitet und mit nötigen Details versehen an die Verantwortlichen der anzusprechenden Ämter der Stadt Bochum weitergeben werden, verbunden mit einer erneuten Begehung im September:

  • Mit den Baumpflegearbeiten der Stadt Bochum sind viele Anwohner nicht zufrieden. Das betrifft in erster Linie die Bäume an der Kemna- und der Weststraße.

Viele der Bäume an der Kemnastr. und Weststr. überragen die Häuserdächer und führen durch Laubabwurf und vor allem bei Stürmen zu Beschädigungen an den Häusern.

  • Es ist der Eindruck entstanden, dass die Unterhaltung des Friedhofs nach Verkündigung der Schließung vernachlässigt wird. Das Gelände wird seit Neuestem von Kindern zum Spielen und zur Veranstaltung von Fahrradrennen genutzt. Die Bürger würden gerne über ein Konzept der Gebäudenutzung informiert werden, auch wie die weitere Unterhaltung gewährleistet wird.

Notdurftig geflickte Decke vor den Toiletten der Kapelle auf dem Friedhof an der Kemnastr.

 

 

Viele Schmierereien und Grafitti an der Friedhofskappelle. 

  • Sowohl auf dem Gelände, als auch am Gebäude der Grundschule Bertramstraße ist es zu Vandalismus gekommen. Es gibt Vorschläge zur Unterbindung (kurzfristiger Art) und auch zur Umnutzung. Die Bürger wünschen sich die Beteiligung an einem Konzept.

Vandalismus rund um die alte GGS Leithe an der Bertramstraße. Hier: eingeschlagene Fenster und Grafitti an einem Baukontainer auf dem Schulhof.

  • Die Mechtenbergstraße/Ecke Rüggenberg ist nur Teilsaniert. Es gibt einen Vorschlag zur Anwohnerbeteiligung. In diesem Rahmen sind falsch verlegte Gully-Deckel aufgefallen, die als Fahrradfalle fungieren.

Falsch verlegte „Gully“-Deckel Ecke Mechtenbergstr./Rüggenberg sind besonders für Radfahrer gefährlich. Hier droht dem Radfahrer der Sturz, wenn er mit seinem Reifen in die Schlitze des Deckels kommt.

  • Der Bürgersteig gegenüber dem Aldi-Supermarkt ist für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle nicht befahrbar. Die dort stehenden Bäume nehmen einen großen Teil des Platzes ein, das verbleibende Stück ist wegen des durch Wurzeln hoch gedrückten Belages für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle nicht oder kaum befahrbar. Der Weg auf der Seite des Supermarktes ist zwischen Bushaltestelle und Parkplatz unbefestigt.

Der Gehweg nahe dem Aldi-Markt an der Krayerstr. ist allenfalls für Fussgänger begehbar. Mit Kinderwagen oder Rollstühlen ist auf dem durch die Pappeln stark eingegrenzten Fußweg kein Durchkommen.

Holpriger Gehweg mit Schlaglöchern auch an der Weststraße.

  • Auch für ein Nutzungskonzept der weiteren Nutzung der Hollandschule in der Fröbelstraße wünschen die Bürger sich Beteiligung.

Rund um die Fröbelstraße sind starke Beschädigungen von Mauerwerk und Gehweg erkennbar.

  • Aus den Seitenstraßen Espenloh und Lahmbecke ist die Einsicht auf die Lohrheidestraße stark eingeschränkt. Hier würden Spiegel helfen die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
  • Die Jahnstraße ist aufgrund der gestiegenen Anwohnerzahl derart stark von fließendem und auch ruhendem Verkehr frequentiert, dass eine Lösung gefunden werden muss. Vorschläge gibt es bereits. In diesem Rahmen scheint die Führung der Buslinie 365 in einer Richtung durch diese Straße für fragwürdig.

Die Druchfahrt in der Lahmbecke ist stark eingeschränkt durch parkende Fahrzeuge. Besonders bei Gegenverkehr und Busbetrieb kommt es hier zu Wartezeiten. Darüberhinaus ist die Verkehrssituation unübersichtlich, zumal einige Raser in der Straße unterwegs sind und damit spielende Kinder gefährden.

  • Die Kreuzung Hohensteinstr./Weststr./Jahnstraße ist je nach Ausgangspunkt nahezu unmöglich zu queren. Eine Ampelanlage ist im Gespräch, stellt sich die Frage nach dem Zeitpunkt. Kinder und ältere Menschen sind hier besonders gefährdet.

Problemkreuzung: Ecke Hohensteinstraße, Weststraße. Hier ist eine gefahrlose Querung insbesondere für Schulkinder auf dem Weg zur Schulstraße nicht möglich. Durch die leicht abknickende Weststraße ist für Autofahrer ein vorausschauender Blick nicht möglich. Es ist nicht nachvollziehbar, warum Entschärfungsmaßnahmen erst für das Jahr 2015 angedacht sind!

  • Der Kanalisationsablauf an den Bushaltestellen Ecke Schulstr./Weststr. funktioniert bei Regen nur unzureichend.

Regelmässig verstopfte Abflüsse an der Weststr.  in der Nähe der Schulstrasse sorgen bei Regenwetter für gefährliche Verkehrssituationen und nasse Passanten!

Verstopfte „Gullis“ auch an der Kemnastraße. Bürger wiesen uns darauf hin, dass die Abflüsse nicht regelmässig gereinigt werden, so dass die Anwohner selber die Verstopfungen beseitigen müssen. Ein Zeichen für die mangelnde Pflege des Baumbestandes.

  • Die Zusammenlegung der Grundschulen in die Schulstraße hat zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen geführt. Gleichzeitig ist das Angebot an Parkmöglichkeiten eingeschränkt. Für beide Probleme gibt es auch einen Lösungsvorschlag.

Der Rundgang fürht die Teilnehmer auf den Schulhof der GGS Leithe an der Schulstrasse

Zerstörtes Sportgerät auf dem Schulhof der GGS Leithe an der Schulstraße.

  • An der Kreuzung Leithestr./Weststr./Laarkamp ist die Möglichkeit der Einsicht für Verkehrsteilnehmer in die Weststr. eingeschränkt. Auch hier die Abhilfe durch Spiegel sinnvoll.

Die Weststraße. Aus den Seitenstraßen heraus beim Einbiegen nur schwer einsehrbar.

Wilder Bewuchs an der Weststraße.Nur eine Frage der Zeit, bis der Wildwuchs zu Straßenschäden führt.Grundsätzlich gibt es zu bemängeln, dass es kaum Sitzmöglichkeiten gibt. Gerade ältere Menschen haben nur die Chance sich an einer Bushaltestelle auszuruhen. Zudem ist der Zustand diverser Bürgersteige bemängelt worden. Nicht nur an der Krayerstraße, sondern auch an der Weststraße gibt es viel zu viele Stolperfallen. Auch Fußgänger haben hier, ganz abgesehen von den Teilnehmern mit Rollen, Probleme unbeschadet zu gehen. Auffällig waren auch die diversen Leerstände, aus denen auch z.T. eine Verkehrsgefährdung hervorgeht. So ist die Sicherung einer Markise über einem ehemaligen Supermarkt auf der Krayerstr. in einem dringend prüfungswerten Zustand. Hierbei sind aber in erster Linie die Eigentümer in der Pflicht, das geht nicht an die Adresse der Stadt Bochum. Das Bündnis für Leithe wird versuchen die Eigentümer anzusprechen.

Die Begehung und Begutachtung ist sehr konstruktiv verlaufen und hat zusammen mit den bereits im Vorhinein geäußerten Problematiken gezeigt, dass das Interesse am Stadtteil Leithe und auch der Willen an der Erhaltung vorhanden sind. Das Bündnis für Leithe wird jetzt den Kontakt mit den Verantwortlichen der Stadt und auch den Eigentümern der Leerstände suchen und über Lösungen sprechen.

Vielen Dank an alle, die bis jetzt schon dazu beigetragen haben und auch an die, die das in Zukunft noch tun wollen und werden!